BG Göttingen zeigt Gesicht

Eingestellt in Bundesliga Herren am 06.04.2010

BG Göttingen zeigt Gesicht

BG Göttingen zeigt Gesicht

Mit diesem zum Schluss rausgespielten 81:76 (44:47) Sieg zeigt BG Göttingen ein Gesicht in alle Himmelsrichtungen. “Arroganz” oder “Lazarett” hin oder her, BG Göttingen hat heute abermals bewiesen, dass sie zumindest zu Hause ein ganz GROSSES Team in der Beko BBL und im internationalen Geschäft sind. Trotz Ausfällen von “starting five” Spielern wie z.B. D. Anderson und B. Jacobsen, hat man heute gegen ein Team aus Ludwigsburg gewonnen, welches sich mit Händen und Füssen gegen eine Niederlage gestemmt hat. “RESPEKT” gehört an dieser Stelle einfach mal ganz groß geschrieben.

Ohne Bart und ohne Haare lief heute John Little aufs Parkett der Göttinger Lokhalle. Eine Aktion, welche Spieler und Trainer eigentlich nur dann vollziehen, wenn ihnen “GROSSES” wiederfahren ist. Der Sieg heute ist zwar nicht gleichbedeutend mit einer gewonnenen Meisterschaft, einem Poklasieg oder einem Triumph in einem Final Four der EuroChallenge – aber er ist vielleicht richtungsweisend für alles, was da noch kommen mag.

Taylor Rochestie, John Little & Co haben heute wieder mal bewiesen, dass man selbst Totgeglaubte nicht abschreiben darf. Gewonnen wurde das Spiel heute aus der Mitteldistanz und von der Freiwurflinie, was die Mannschaft der BG Göttingen für viele noch kommende Gegner noch unberechenbarer macht, da genau diese des öfteren ein Schwachpunkt der Mannschaft darstellten. Chris Oliver (15 Punkte) hat sich am heutigen Tage an seine Leistungen vor seiner Verletzung herangetastet und Antoine Jordan (8 Punkte, 4 Assist) gewinnt von Spiel zu Spiel an “Balance”, was sich nach einer Genesung von Ben Jacobson und Chester Frazier durchaus positiv auf das Team auswirken könnte.

Insgesamt lief die Partie über die ganzen 40 Minuten recht ausgeglichen und die Führung wechselte bis zu den letzten 2 1/2 Minuten stetig. Als noch 2 Minuten und 22 Sekunden zu spielen war, verkürzte Michael King zum 75:74. Viele der 2.546 Zuschauer in der Lokhalle dachten zu diesem Zeitpunkt sicherlich an eine Verlängerung, aber die Veilchen liefen “blau” und erkämpften sich dank Lokhallen-Publikum 15 Sekunden vor Schluss mit einem 79:74 (2 verwandelte Freiwürfe von Taylor Rochestie) eine sichere und uneinholbare 5 Punkte-Führung. John Little stibitzte zum Schluss noch einmal den Ball und Taylor Rochestie verwandelte nach einem Foul sicher zum 81:74, bevor Michael Haynes letztendlich noch einmal auf den 81:76 Endstand verkürzen konnte.

Durch den Erfolg verbessert sich die BG Göttingen zudem in der Tabelle auf den dritten Platz. Mit 50 Punkten bei noch fünf ausstehenden Spielen ist die BG Göttingen nicht mehr aus den Playoffs zu verdrängen und spielt nun um die beste Ausgangslage für die Meisterrunde bzw. Playoffs. Nach dem Spiel zeigte sich BG-Coach John Patrick zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Das war eine Partie, in der beide Teams alles gegeben haben. Es war ein echtes ‘Do or Die’ – Spiel. Wie schon im ersten Spiel gegeneinander, war es ein tolles Basketballspiel für die Zuschauer. Ludwigsburg hat mit sehr viel Energie gespielt. Wir haben nicht so gut getroffen heute, aber ich bin zufrieden, dass wir in der zweiten Halbzeit keine Offensivrebounds mehr abgegeben haben. In der ersten Hälfte hatten wir hier noch einige Probleme. Besonders stolz bin ich auf Jason Boone. Er hat trotz gebrochenen Fingers gespielt. Ich bin stolz ein Team zu coachen, das soviel Herz hat wie dieses Team.“

Punkte BG Göttingen: Kulawick (6 Punkte), MCNaughton (9 Punkte), Welzel, Rochestie (23 Punkte), Little (14 Punkte), Jacobsen, Meeks (6 Punkte), Boone, Oliver (15 Punkte), Schieke, Jordan (8 Punkte), Adamczak

Punkte EnBW Ludwigsburg: King (11 Punkte), McCray (7 Punkte), Thompson (9 Punkte), Jones (6 Punkte), Hadzovic, Haynes (18 Punkte), Chaney (7 Punkte), Freeman (8 Punkte), Sanders, Lollis (5 Punkte), Visser

Foto: Swen Pförtner (Göttinger Tageblatt)

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